Pommes bestellen wie ein Einheimischer
Keine Speisekarte zum Studieren, kein Tisch zum Reservieren. Bei Vleminckx dauert das Bestellen fünfzehn Sekunden, wenn du das Ritual kennst. Hier ist das Drehbuch der Einheimischen, vom Anstellen bis zur letzten Fritte in der Tüte.
Schritt eins: die Schlange
Stell dich an und bleib entspannt; es geht schneller, als es aussieht, denn jeder vor dir wickelt gleich eine Bestellung von fünfzehn Sekunden ab. Nutze die Wartezeit, um die Saucentafeln über der Theke zu studieren oder zuzusehen, wie frische Portionen aus der Fritteuse kommen. Das ist kein Marketing, das ist die Küche.
Schritt zwei: die Größe
Drei Wörter stehen zur Wahl: klein, mittel, groß. Eine kleine Portion ist ein ordentlicher Snack, eine mittlere ist ein Mittagessen, eine große ist eine Verpflichtung (oder eine Entscheidung zum Teilen, siehe die Pärchen mit einer Tüte und zwei Holzgäbelchen). Frisch, heiß und gesalzen ist der Standard und die einzige Variante.
Schritt drei: die Sauce
Das hier ist der Sausmeester, also fällt hier die eigentliche Entscheidung. Mayonnaise als Maßstab, Oorlog für das volle niederländische Erlebnis, Joppie für den Kultfavoriten oder irgendetwas von der belgischen Wand. Die Sauce kommt großzügig obendrauf und wird separat berechnet: price not includes saus, wie das Schild seit Jahrzehnten sagt. Zwei Saucen oder eine doppelte Portion sind ein ganz normaler Wunsch, kein Fauxpas.
Schritt vier: bezahlen und los
Bargeld geht immer, Karten sind normalerweise kein Problem; frag im Zweifel an der Luke. Dann nimm deine Tüte, schnapp dir das kleine Gäbelchen und iss im Gehen: Das ist der ursprüngliche Amsterdamer Serviervorschlag. Du fragst dich, wohin? Sieh dir an, was gleich um die Ecke liegt.